Immer mehr Bestattungen erfolgen anonym – Viele Friedhöfe stehen leer

Bestattung anonym
Immer mehr Gräber ohne Gedenkstein.

Zusehends fehlen auf den deutschen Friedhöfen die Grabsteine. Diese Entwicklung hat mit der sich wandelnden Gesellschaft zu tun. Früher wurden häufig Familiengrabstätten über Generationen hinweg genutzt. Viele Menschen wollen ihren Hinterbliebenen jedoch nach dem Tod nicht zur Last fallen und entscheiden sich daher für anonyme Beerdigungen. Aber auch die Kostenfrage spielt eine Rolle. Bis zu 8.000 Euro kann eine Beerdigung kosten. Dabei können Verbraucher schon vor ihrem Tod vorsorgen.

Besonders in Großstädten werden immer mehr Menschen anonym beerdigt

Häufig gilt auf deutschen christlichen und städtischen Friedhöfen ein begrenztes Liegerecht. Dieses beträgt in der Regel zwischen 20 und 50 Jahren. Wird das Liegerecht nach Ablauf nicht verlängert, so wird das Grab eingeebnet und Platz für neue Grabstätten geschaffen. Da sich aber viele Menschen für ein anonymes Grab entscheiden, ähneln viele Friedhöfe eher Parks, insbesondere in Großstädten ist dies der Fall. Allein in Berlin ist der Anteil der anonymen Bestattungen zwischen 1992 und 2009 von 22,2 auf 41,3 Prozent gestiegen. Häufigster Grund dafür sind die Beerdigungskosten. Diese können für eine Grabstätte mit Grabstein mehr als 8.000 Euro kosten.

Bestattungsvorsorge – Diese Möglichkeiten haben Verbraucher

Verbraucher, die keine anonyme Beerdigung, aber gleichzeitig auch ihre Hinterbliebenen vor finanziellen Schwierigkeiten schützen möchten, haben die Möglichkeit mit einer Bestattungsverfügung, einem Vorsorgevertrag oder einer Sterbegeldversicherung vorzusorgen.

Warum macht eine Bestattungsvorsorge Sinn?

Noch bis zum Jahr 2004 gab es von den gesetzlichen Krankenkassen ein Sterbegeld. Dieses wurde jedoch abgeschafft. Die Beerdigungskosten werden aus dem Nachlass des Verstorbenen gezahlt. Reicht das Geld nicht oder ist kein Nachlass vorhanden, müssen die nächsten Angehörigen die Beerdigungskosten übernehmen.

Sterbegeldversicherung – Kosten der Beerdigung abgedeckt

Die Sterbegeldversicherung gehört zu den Kapitallebensversicherungen. Anders als zum Beispiel bei der Risikolebensversicherung ist die Versicherungssumme so gewählt, dass sie die Kosten eines Begräbnisses abdeckt. Häufig liegt die Summe zwischen 2.000 und 10.000 Euro. Der Versicherte zahlt in der Regel monatlich seine Beiträge. Dabei berechnen sich die Beiträge nach dem Eintrittsalter des Versicherungsnehmers, dem Gesundheitszustand sowie der Höhe der Versicherungssumme. Gerade für Menschen, die keine Risikolebensversicherung mehr erhalten, ist eine Sterbeversicherung eine gute Alternative. Jedoch sollte auch hier ein Sterbegeldversicherung Vergleich durchgeführt werden. Denn nicht nur der Preis sollte ausschlaggebend sein, sondern auch Leistungen, wie Sofortleistung bei Unfalltod, begrenzte Beitragszahlungsdauer oder eine kurze Wartezeit, sind sinnvoll.

Bestattungsverfügung – Eigene Wünsche festhalten

Viele Menschen halten ihre Wünsche für die Beerdigung in ihrem Testament fest. Jedoch können auch hier Probleme entstehen: Nicht zwingend wird die Beerdigung auch von den Erben organisiert. Auf der anderen Seite wird das Testament zuweilen erst nach dem Begräbnis geöffnet.

Daher ist es sinnvoll eine Bestattungsverfügung zu erstellen. Diese enthält dann Angaben zur Art der Bestattung – Erd-, Feuer- oder Seebestattung – sowie den Ablauf der Trauerfeier und Regelungen zur Gestaltung des Grabsteins.

Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsunternehmen abschließen

Viele Bestattungsunternehmen bieten bereits Vorsorgeverträge an. Dabei handelt es sich um die Festlegung der Details zur Beerdigung und gleichzeitig eine finanzielle Vorsorge. Der Verbraucher legt dabei zusammen mit dem Bestatter fest, wie die Beerdigung später aussehen soll. Die Kosten werden dann bereits zu Lebzeiten beglichen.

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